Startseite
Die Familie Schreeg
Sizilien
Italien
Pompeii
Griechenland
Nationalmuseum Athen
Bronzen
Marmor- und Steinstatuen
Friese
Keramik
Andalusien
Galizien
Thailand
Deutschland
Links und Literatur
Gästebuch


Da ist mir doch mein erster Entwurf verlorengegangen.. Ich werde nach und nach die Texte wieder einfügen. Man kann im Nationalmuseum sehr schön die Entwicklung der Kunst von den stark minoisch oder letztendlich ägyptisch geprägten Kouren bis hin zu den Klassikern und Spätklassikern nachvollziehen.



DIe Knidische Aphrodite des Praxiteles hat wie kaum ein anderes Werk Einfluß auf die Kunstgeschichte genommen. Die erste bekannte Darstellung der nackten Aphrodite wurde umgehend so bekannt, daß sich ein regelrechter Kunst-tourismus nach Knidos entwickelt hat. Seit der Erschaffung dieser Statue wechselt der Fokus in der bildenden Kunst weg von der Darstellung des männlichen, hin zu der des weiblichen Körpers.

Ein paar schöne Geschichten über die Statue am Ende. Das Original war gänzlich nackt; diese Statue ist von der knidischen Aphrodite inspiriert.



Kuros, aus Sunion um 600 v.Chr.



Die Inschrift auf dem Sockel lautet folgendermaßen:

Mädchen soll ich immer genannt werden, denn. diesen Namen habe ich von den Göttern statt der Ehe erhalten. Aristion von Paros hat mich geschaffen. ca. 530 vor Christus. Der Sockel ist schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt gewesen, die Kore wurde erst 1972 gefunden.

Es handelt sich um eine Grabestele. Die Figur hält eine Lotusblüte in der Hand. Es sind noch deutlich Farbreste der einst zinnoberfarbenen Bemalung des Kleids zu sehen, es war mit goldenen Sternen und Hakenkreuzen verziert. Ein Mäander-Muster ziert den Gürtel.



Der Anavyssos oder Kroisos (Attika) Kouros. Die Grabstele stammt aus dem Jahr 520 vor Christus und ist 194 cm hoch. Ein spätes Beispiel eines strengen Kouros. Sicherlich kann man eine deutliche Auflockerung der Gestaltung erkennen; im Vergleich mit den Werken, die uns aus der Mitte des 5. Jahrhunderts überliefert sind, scheint er aber aus einer anderen Epoche zu stammen. Dennoch ein beeindruckendes Werk eines echten Könners.

Auf der Basisplatte steht folgendes Distichon: Halte vor diesem Male und beweine den Tod des Kroisos, den der wilde Ares in des Kampfes vorderster Linie sterben liess.



Die Nike von Delos, 550 vor Christus.



Das Lächeln der Sphinx. Grabfigur ca.550 vor Christus.









Der wohl berühmteste Künstlerwettstreit der Bildhauerwelt - Wer erschafft die schönste Amazone? Phidias, Polyklet, Phradmon und Kresilas sind die Protagonisten dieses von Plinius wiedergegebenen Wettstreits. Gewinnen sollte derjenige, dessen Statue von allen Beteiligten - nebst der eigenen - am häufigsten an zweiter Stelle genannt wird. Gewinner ist Polyklet, gefolgt von Phidias, dritter Platz geht an Kresilas und, last but not least, Phradmon auf Platz 4. Ob letzterer bei Plinius erwähnt ist, muß ich noch überprüfen. Es gibt noch eine fünfte Statue von Strongylion, der aber nicht als Teilnehmer überliefert ist. Der Wettkampf habe in Ephesos stattgefunden - deshalb spricht man von den "Ephesischen Amazonen". Die Statuen seien der Artemis im Tempel von Ephesos geweiht worden. Man spricht auch auf altdeutsch von den "Amazones volneratae"


Es ist unklar, ob diese Statue von Polyklet oder Kresilas stammt -oder besser das Original dieser Kopie. Diese Kopie stammt vom römischen Bildhauer Sosikles, deren Namen sie auch trägt. Die Statue steht normalerweise im kapitolinischen Museum. Das Original war, wie alle Originale in Ephesos, aus Bronze gefertigt worden. Die Mehrheit der Autoren scheint eher zu Kresilas als Schöpfer zu tendieren. Der Grund liegt wohl in der raffinierteren und neuen Komposition des nächsten Werkes.



Die sog. Sciarra Amazone wird am häufigsten mit Polyklet in Verbindung gebracht. Interessant ist die durchdachte, abwechslungsreiche Komposition: Betrachtet man die Gestaltung von 'unten nach oben', so fällt natürlich zuerst auf, daß Polyklet eine Säule als zusätzliche 'Stütze' verwendet. (Ich kann mir gut vorstellen, daß beim Original in Bronze die Stütze deutlich dezenter ausgefallen ist.)  Der Aufbau wird dadurch symmetrisch: Standbein, Spielbein, Säule. Die Nutzung der Säule macht eine stärkere Bewegungsdarstellung möglich; dies gilt nicht nur für die Frontal-, sondern auch für die Seitenansicht. Von vorne betrachtet, wirkt die Statue dynamischer als die Sosikles Amazone, da die Schulter über dem Spielbein abgesenkt ist. Von der Seite erkennt man, daß sich die Amazone etwas nach hinten neigt, genauer gesagt, die Komposition einen leichten Bogen beschreibt, dessen Scheitelpunkt etwa in Hüfthöhe liegt.


Phidias -"zweiter Platz"- Amazone stützte sich laut Lukian auf ihre Lanze - gleiches habe ich aber auch schon von Polyklets Amazone gehört - die Quelle kenne ich noch nicht und muß dies prüfen. Es wäre aber reine Spekulation, über die Komposition auf Polyklet zu schliessen - auch wenn der Kanon hier eingehalten ist. Die Mattei Amazone (Vatikan) wird meist als Kopie des Werks von Phidias beschrieben, meines Wissens unter Berufung des schon angesprochenen Hinweises auf die Lanze von Lukian. Im Ganzen sieht man wie subjektiv der Versuch bleiben muß, eine 'Rangliste' dieser  Künstler aufzustellen. Alle drei Werke zeigen auch in der Kopie sehr interessante Gestaltungsmerkmale, von der künstlerischen Qualität - der sich die Meister dieser Zeit übrigens ohne Kompromisse verpflichtet fühlten -ganz zu schweigen.











Kopf der Hera aus dem Heraion von Argos, um 420 v; vieleicht in Argos selbst geschaffen.















Eine kleine Kopie der Athena Parthenos. Leider hat sich kein Kunstwerk des Phidias im Original erhalten - wohl aber sein Ruhm als einer der größten -oder vieleicht der größte- Bildhauer überhaupt.

Neuer Absatz

















Der Diadumenos - Eine sehr schöne römische Marmorkopie der ursprünglichen Bronzestatue des
Diademträgers.

Die Statue zeigt meines Erachtens sehr schön, warum Polyklet so viel Wert auf den Kontrapost gelegt hat. Die Hüftachse gleicht das durch die unterschiedliche Beinhaltung entstehende Ungleichgewicht wieder aus, die Gestaltung der Figur wird praktisch von unten nach oben mit wechselnden Achsverläufen aufgebaut. Zugleich sind die Achen von Knien, Hüfte, Bauch Brust, Schultern, zweifellos auch der Arme, sowie die Blickachse alle auf einen zentralen Bereich um den rechten Unterarm und die rechte Hand ausgerichtet.

Die ganze Komposition wirkt dadurch in sich geschlossen, un das obwohl man meint, den Bewegunsgablauf des Athleten geradezu sehen zu können. Besser wird man kaum die Theorie der künstlerischen Gestaltung mit der Praxis verbinden können.

DIe Gesaltung wirkt weniger gedrungen als die oben abgebildete Amazone. Hier deutet sich eine Entwicklung an, die Lysipp, in der Tradition der Schule Polyklets stehend aufgegriffen und weitergeführt hat, und die wir häufig mit der griechischen Spätklassik verbinden. Die Proportionen ändern sich dahingehend, dass die Beine länger, der Kopf etwas kleiner in Relation zum Körper dargestellt wird.



Praxiteles soll eine der schönsten Frauen seiner Zeit, Phryne, als Modell für seine Aphrodite genutzt haben. Eine der schönsten unter den vielen Geschichten über Phryne beginnt alles andere als positiv: Phryne wird der Gotteslästerung angeklagt und muss sich vor dem Aeropag verantworten, da sie ihre Schönheit mit der der Aphrodite verglichen haben soll. Derartige Anklagen waren zu keiner Zeit auf die leichte Schulter zu nehmen.

Ihre legendäre Verteidigungsstrategie ist einfach und genial. Sie legt zur Beweisführung vor dem rein männlichen Aeropag ihre Kleider ab - worauf sie umgehend freigesprochen wird...



Eine andere Möglichkeit ist, daß Praxiteles Kratina, seine Geliebte, abgebildet hat. Jedenfalls war das Original nackt und hat Geschichten zufolge Zeitgenossen den Kopf verdreht.

Von einem solchen Fall zeugt Benvenuto da Rimbaldis da Imola, dessen zwischen 1375 und 1380 entstandener Kommentar zur "Divina commedia" auch auf die Nennung Polyklets durch Dante eingeht: Auch sah ich in einem Privathaus zu Florenz eine wunderbare Marmorstatue, in der Haltung, in der einst die Venus dargestellt wurde. Es war nämlich ein höchst wohlgestaltetes nacktes Weib, das die linke Hand an die Scham und die rechte an die Brustwarzen hielt. Und man sagte, daß sie ein Werk des Polyklet sei. Das glaube ich nicht, denn Polyklet bildete, wie bereits gesagt wurde, in Erz und nicht in Marmor. Deswegen möchte ich Dich, Leser, noch wissen lassen, daß unser Dichter [d.i. Dante] viel besser und angemessener Praxiteles statt Polyklet gesagt hätte.   Hierauf folgt die Anekdote von einem Jüngling, der sich unsterblich in eine Venus des Praxiteles verliebte.



Aus: http://www.uni-leipzig.de/%7ekuge/neu/zoellner/poliklet.htm